RETTET OBERWÖHR
Bürgerinitiative

Ein Jahr Arbeit für die Bürgerinitiative


Vor ziemlich genau einem Jahr fiel Anwohnern der Wiese zwischen Krainstraße, Aubach und Mangfall rege Tätigkeit einer Firma auf, welche Bodengutachten erstellt. Auf Nachfrage zeigte uns ein Mitarbeiter der Stadtwerke Rosenheim der Vorort war, einen detaillierten Plan für eine Bebauung der Wiese. Nach heutigem Kenntnisstand war der Plan nahezu identisch mit dem Plan, der heute zur Ausführung kommen soll. Bei einer kurz danach anberaumten Bürgerversammlung versicherte uns die damalige Oberbürgermeisterin Frau Gabriele Bauer von der ganzen Sache keinerlei Kenntnis zu haben. In der Folge erklärte uns der Leiter der Stadtplanung Herr Cybulska, dass diese Aussagen „nicht sehr glücklich“ waren. Natürlich wäre das ganze schon ein jahrelanger Prozess gewesen.

Aus heutiger Sicht muss ich leider feststellen, dass die Stadt Rosenheim immer nur so viel bestätigt, wie unbedingt nötig ist.

Unsere Stadträte beteuern immer wieder, dass alles erst ganz am Anfang eines Prozesses sei, und völlig ergebnisoffen.

Solange es ging, versicherte uns Stadtverwaltung und Stadträte immer wieder, dass man alles genau prüfen werde. Es sei ein Prozess, der sich noch Jahre hinziehen könne und von uns mündigen Bürgern jederzeit begleitet und beeinflusst werden könne.

Bei der frühzeitigen Einbindung der Bevölkerung sagte man uns zu, dass alle Einwände geprüft und mit den Bewohnern des Stadtteils abgestimmt werden. Eine weitere Bebauung des Stadtteils sei derzeit auch nicht geplant.

In der gesamten Zeit haben wir immer darauf geachtet ordentlich miteinander umzugehen und haben das gemeinsame Gespräch gesucht.

Ich vermag nicht zu beurteilen, inwieweit welcher Stadtrat informiert war, wer welche Entscheidung mit getragen hat und wer sich nicht weiter dafür interessiert hat. Leider müssen wir erkennen, dass die Stadtverwaltung und das Rathaus nicht das Wohl der Oberwöhrer im Blick haben, geschweige denn immer alles offen mit uns besprochen.

Sicher wird sich nach diesem Brief jemand finden, der sagt dass alles ganz anders war und vieles davon nicht richtig sei. Das mussten wir leider schon öfter erleben. Aber ich kann sagen, dass wir nur wiedergeben, was uns in schriftlicher Form vorliegt, oder vor mehreren Zeugen so gesagt wurde. Keiner der Schritte zur Bebauung der Mangfallwiese ist „ergebnisoffen“. Die Stadt Rosenheim verfolgt ausschließlich das Ziel, die Bebauung in der bekannten Form zu realisieren. Wie uns der Leiter der Stadtplanung gerade kürzlich mitteilte, sei eine Gefahr durch Überschwemmung nicht mehr vorhanden, eine Versickerung zwischen den Häusern und über den Tiefgaragen im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen gegeben und das zukünftige Wohnquartier stelle eine echte Bereicherung des Ortsbildes dar. Das hat er uns im Austausch mit dem Oberbürgermeister, Herrn Andreas März geschrieben.

Weitere ausführliche Stellungnahmen zu allen eingegangenen „Anregungen“ werden im Zuge der Bauleitplanung vorgenommen. Auch hier gibt es Ungereimtheiten wegen der Anwendung des beschleunigten Verfahrens, aber ich denke, bei der Aufstellung des Bebauungsplanes werden diese Punkte, wenn es nach der Stadt Rosenheim geht, nicht zum Tragen kommen.

Herr Lukas von den Grünen versicherte uns erst kürzlich, dass sofern nichts Außergewöhnliches „dazwischen kommt“ diese Bebauung genauso stattfindet wie sie geplant ist.

Einige Stadträte teilten uns auf Anfrage mit, dass es zu dieser Bebauung, in Verbindung mit dem Rosenheim Modell, keine vernünftige Alternative gebe.

Bei der Bürgerversammlung im Kuko am 1.10.2020, haben wir im Vorfeld unsere Anfragen, ob es Aussagen zum zeitlichen Ablauf der Planung irgendwelche Aktivitäten zur weiteren Bebauung der beiden anderen Wiesen in Oberwöhr gäbe, schriftlich eingereicht.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Herr Cybulska versicherte uns auf Anfrage, dass hier keinerlei Aktivitäten der Stadt Rosenheim vorliegen und man über private Grundstücksverkäufe keine Kenntnis habe.

Wie wir nun alle im Rosenheimer Journal vom 7. Oktober (Redaktionsschluss 27.9.2020) lesen können, hat die AuerBräu (bisheriger Besitzer der Kirchenwiese) das Grundstück an BAYERNWOHNEN verkauft. Man freue sich, dass die „Ankaufsverhandlungen“ in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch den Leiter des Stadtplanungsamtes, Herrn Cybulska, gut und konstruktiv waren und auch hier das Rosenheimer Modell zum Tragen kommen wird.

Wenn wir die Wiese im Süden der Krainstraße in unsere Rechnung mit einbeziehen für die es bereits konkrete Pläne gibt, werden hier in „hochwasserverträglicher Art“ mindestens 1500 Menschen angesiedelt. Die 600 PKW nicht zu vergessen.

Dass der Freistaat Bayern wie auch das Wasserwirtschaftsamt diese Flächen nur als vorläufig gesichertes, hochwassergefährdetes Gebiet einstuft, dass der Freistaat eine Flächenversiegelung im Bereich von Flussläufen unbedingt verhindern will, dass der Bund Naturschutz die Bebauung für einen katastrophalen Fehler hält, dass es für alle Vorhaben in Oberwöhr kein schlüssiges Verkehrskonzept gibt, dass eine Versiegelung dieser gesamten Flächen für etwaige Kaltenhochwasser, Starkregenereignisse und Grundwasserprobleme gewaltige Auswirkungen mit sich bringt und dass zu guter Letzt nur ein paar große Wohnbaufirmen den Zuzug aus München für ihre hochpreisigen Projekte missbrauchen, interessiert in der Stadt Rosenheim niemand. Ob es einige Stadträte gibt, die hier eine Verantwortung spüren, werden wir bei zukünftigen Abstimmungen sehen. Was die Verantwortlichen in der Stadt Rosenheim dazu treibt, die Interessen ihrer Bevölkerung zu übergehen, können wir nicht beurteilen. Der immer wieder vorgebrachte Einwand, dass die Stadt Rosenheim dringend günstigen Wohnraum benötigt, lässt sich bei den aufgerufenen Preisen der bereits fertig gestellten Wohnungen der neuen Eigner nur schwer nachvollziehen.

Die Bürgerinitiative „Rettet Oberwöhr“, hat derzeit ca. 400 Mitglieder und es werden jeden Tag mehr. Über eine von uns gestaltete WEB Seite, haben wir große Teile der Stadt Rosenheim informieren können und werden unsere Aktivitäten auch weiter ausbreiten.


https://rettet-oberwoehr.de/Startseite/


Die Bürgerinitiative „Rettet Oberwöhr“

Sprecher Willi Heuschneider

Amselweg 13

83026 Rosenheim